Jugend in der Bayerischen Landessynode

Das sind die Jungsynodalen!

Was hat sie bewogen, sich in der Landessynode zu engagieren? Jugendvertreter erzählen.

Sie sind eloquent, engagiert, haben viele Ideen für Ihre Kirche und vor allem: Sie sind jung. Fünf Synodale aus der Evangelischen Jugend berichten, was Sie zu ihrem Einsatz in der Landessynode bewegt.

Es ist schon außergewöhnlich, dass in dieser Synodalperiode gleich fünf aktive Mitglieder aus der Evangelischen Jugend in der Landessynode sind: Neben den drei Jugenddelegierten Julia Simon, Jonas Straßer und Florian Zeitner haben es zwei über ihre Dekanate geschafft: Lisa Huster sitzt für Neu-Ulm und Janosch Maier für Fürstenfeldbruck in der Synode. Huster ist schon ein „Alter Hase“. Sie war in der letzten Synodalperiode Jugenddelegierte und wurde dort von ihrer Vorgängerin geworben doch für das Dekanat zu kandidieren. Maier, wie sie Mitglied der Landesjugendkammer. , wählte direkt diesen Weg: „Als mich unser Dekanatsjugendreferent angefragt hat, ob ich nicht Jugenddelegierter werden will, habe ich gesagt: ‚Nö, wenn dann lasse ich mich vom Dekanat wählen.‘“ Beide waren überrascht, wie viel Zuspruch sie vom Dekanat erfahren haben.

Aber auch Ihre Kollegin und Ihre Kollegen sind nicht einfach in die Synode gerutscht. Es war ein langer Weg durch Gremien der Evangelischen Jugend, bis sie in die Synode gewählt wurden. Dabei waren sie besser informiert über das, was auf sie zukam als manch anderer Synodale. Schließlich gab es auf den Landesjugendkonventen immer einen Bericht von der Synode und man konnte sich in aller Ruhe erklären lassen, wie Synode funktioniert. Janosch Maier hat vor seiner Kandidatur erst einmal eine Tagung besucht, um live zu erleben, was ihn erwartet.

Sich als junge Menschen politisch zu betätigen, das ist für alle fünf selbstverständlich – und sie sind auch ein bisschen stolz darauf. „Es heißt immer, wo sind die Jugendlichen?“ meint Florian Zeitner. Natürlich habe die Jugend mit G8 und im Studium mit Bologna alle Hände voll zu tun. „Aber wir wollen zeigen: ‚Auch wenn ihr uns nicht seht – wir sind da und wir wollen uns auch engagieren!“ Dass in Schule und Studium immer weniger Zeit bleibt für gesellschaftliches Engagement ist für den Jurastudenten, der selbstverständlich in den Rechtsausschuss gewählt wurde, auch ein Thema der Kirche: „Der Landesbischof spricht von der zunehmenden Ökonomisierung des Lebens – damit müssen wir uns auseinandersetzen!“ Er möchte sich dafür einsetzen, dass Ehrenamtliches Engagement zumindest beim BaFöG angerechnet wird.

Julia Simon hat die Arbeit in der Synode schon lange gereizt. Die Französisch, Politik- und BWLstudentin wollte von Anfang an in den Finanzausschuss. „Ich wollte zeigen, dass das nicht nur etwas für Männer ist, sondern dass auch eine junge Frau wie ich da kompetent ist!“

"Die schönste Botschaft, die es gibt!"

Die Jugendvertreter haben sich auf alle drei synodale Arbeitskreise verteilt. Damit, dass er und Janosch Maier im eher konservativen Arbeitskreis „Gemeinde Unterwegs“ sitzen, stößt Jonas Sraßer immer wieder auf Überraschung. Dem 21jährigen ist es ein Anliegen, den Glauben weiterzugeben. „Ich glaube, dass die christliche Botschaft, die Botschaft von Jesus Christus, die schönste ist, die es gibt. Und die gilt es an die Menschen, die gilt es an die Jugendlichen wieder heranzutragen.“ Er möchte, dass die Kirche aufmerksam bleibt für Jugendliche und in die Zukunft schaut – deswegen ist er in der Synode.

Alle sind überzeugt, dass sie durch die Evangelische Jugend hervorragend auf ihr Amt vorbereitet sind: „Wir sind an vielen Themen schon viel länger dran als die Synode“, erklärt Lisa Huster. So beschäftigen sie sich seit langem mit dem Thema Asyl und haben hier bereits Positionspapiere und Praxishilfen erarbeitet. Auch die Friedenspolitik sei ein wichtiges Thema, mit dem sie sich bei ihren kommenden Landesjugendkonvent im Mai auseinandersetzen wollen. Als weitere Themen, die ihnen am Herzen liegen, nennen die Jugendvertreter Nachhaltigkeit und die Prävention gegen sexuellen Missbrauch und natürlich die große Kampagne der EJ „Dinge für die es sich lohnt“.

Das Bild zeigt die Synodalen aus der Evangelischen Jugend: Lisa Huster, Jonas Straßer, Julia Simon, Janosch Maier ud Florian Zeitner zusammen mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Gruppenbild mit Landesbischof: Lisa Huster, Jonas Straßer, Julia Simon, Janosch Maier und Florian Zeitner mit Heinrich Bedford-Strohm

Bild: ELKB

"Auch mit Stimmzettel die Jugend vertreten"

Patrick Wolf, Vorsitzender der der Evangelischen Jugend in Bayern, freut sich über das Engagement der Jugendvertreter in der Synode. Er selbst ist als ständiger Gast in bei den Tagungen dabei und verfolgt die Verhandlungen aufmerksam – in Gesprächen und über Videobotschaften auf facebook. Er fühlt sich durch Julia und Lisa, Florian, Janosch und Jonas gut vertreten. „Wenn ich selbst in der Synode säße, könnte ich unsere jungen Synodalen nicht so gut begleiten und bei ihrer kompetenten Arbeit unterstützen."

Sie beraten zwar in demselben Gremium, in einem Punkt sind die fünf Jugendlichen jedoch nicht gleichberechtigt. Denn während die beiden Dekanatsvertreter eine Stimme für ihr Dekanat haben, haben die Jugenddelegierten nur beratende Stimme. Das bedauern alle sehr, sind doch Julia, Jonas und Florian ordentlich gewählt wie die beiden anderen auch. „Und wenn wir die Stimme der Jugend ernst nehmen wollen, dann müssten wir ihr auch vertrauen“, meint Janosch Maier. Und auch Julia Simon würde es sehr begrüßen, wenn sie „auch mit Stimmzettel die Stimme der Jugend vertreten“ könnte. Aber, so Jonas Straßer, „das muss ein synodaler Prozess sein. Die Synode muss das von sich aus wollen.“ Florian Zeitner ist gespannt, wie sich die Synode entscheiden wird. „Wenn sie das Stimmrecht für Jugendsynodale mitträgt – das wäre der Wahnsinn!“


26.11.2014 / Anne Lüters
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