Ruhestand

"Stets die Menschen im Blick"

Diakonissenrektor Heinrich Götz wurde in Augsburg in den Ruhestand verabschiedet

Nach 19 Jahren Amtszeit ist der Rektor der Augsburger Diakonissenanstalt, Heinrich Götz, in den Ruhestand verabschiedet worden.

Bild: epd

Der Rektor der Augsburger Diakonissenanstalt, Heinrich Götz, ist  in den Ruhestand verabschiedet worde. Von 2002 bis 2014 war er Vizepräsident der Landessynode und gehört ihr auch weiterhin an.

Nach 19 Jahren Amtszeit ist der Rektor der Augsburger Diakonissenanstalt, Heinrich Götz, am Samstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Bei einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche St. Anna hoben zahlreiche Grußredner Götz' Verdienste um die Weiterentwicklung des mehr als 160 Jahre alten Diakonissenhauses zu einem Gesundheits- und Pflegezentrum hervor. Einmütig betonten sie dabei die Fähigkeit des evangelischen Pfarrers, Menschen zu führen, zu inspirieren und sie dabei stets wertzuschätzen.

"Leidenschaft" sei das Stichwort, das Götz' Person und Laufbahn am besten kennzeichne, sagte der Münchner Oberkirchenrat und Vertreter der evangelischen Landeskirche, Detlev Bierbaum, bei der Feier. Götz sei ein leidenschaftlicher Gemeindepfarrer und ein Pfarrer mit Leidenschaft für die Diakonie: "ein leidenschaftlicher Schwabe", der in allen seinen Positionen immer "ein anerkennendes und wahrnehmendes Wort für die Menschen hatte, denen er begegnete", meinte Bierbaum.

Der gebürtige Nördlinger Götz betonte in seiner Abschiedspredigt denn auch die Bedeutung von "gegenseitiger Wertschätzung, Vertrauen und Zuversicht" für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie seien der "Kitt in unserer Gesellschaft", sagte Götz. In einer Welt, "in der Populisten versuchen, Ängste zu verbreiten und Menschen gegeneinander aufzubringen" seien Zuwendung, Nächstenliebe und Barmherzigkeit die Eigenschaften, die "Christsein in der Welt lebendig und wahrnehmbar machen", erklärte Götz vor den rund 700 Gästen in Augsburgs evangelischer Hauptkirche.

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Der heute 66-Jährige war seit dem Jahr 2000 Rektor der Augsburger Diakonissenanstalt (Diako). Zum 1. August geht er in den Ruhestand. Der Rektor war von 2002 bis 2014 Vizepräsident der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und gehört auch aktuell der Landessynode an. Götz war außerdem Vorsitzender des Diakonischen Rats, des Aufsichtsgremiums der bayerischen Diakonie. In seiner Amtszeit als Rektor des Diako stieß Götz zahlreiche Veränderungen an. Unter anderem ließ er das alte Diakonissenkrankenhaus zu einer modernen Stadtklinik mit 135 Betten umbauen, in der jährlich rund 9.000 Patienten behandelt werden.

Der Neubau der Stadtklinik gehöre zu den Höhepunkten der Tätigkeit des Diakonissen-Rektors, betonte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml in einem Grußwort, das von einem Vertreter der Regierung von Schwaben verlesen wurde. Götz habe mit der Stadtklinik die Tradition der evangelischen Kirche in Bayern fortgeführt, "sich im Geist Christi stets auch um kranke und pflegebedürftige Menschen zu kümmern".

Bayerns Diakonie-Präsident Michael Bammessel sagte, Götz habe bei aller unternehmerischer Aufbauleistung "stets daran festgehalten, dass das Diako ein kirchlich-christliches Haus ist". Der Diakonissenrektor habe damit gezeigt, dass "Wirtschaftlichkeit und christliche Ausrichtung sehr gut Hand in Hand gehen können". Es sei viel Mut nötig gewesen, die Leitung der Diakonissenanstalt im Jahr 2000 zu übernehmen: "Diakonie ist nichts für Feiglinge", meinte Bammessel.

Für Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl hat Götz mit "seismographischer Gabe" erkannt, dass in der Diakonie und im Diakonissenhaus Veränderung nötig sei. Er habe den Umbau konsequent durchgehalten, dabei aber stets die Menschen im Blick gehabt. So sei aus dem Diako eine "Oase mitten in der Stadt entstanden - aber eine, die für alle Menschen offen ist".

Im Gottesdienst wurde Heinrich Götz von Regionalbischof Axel Piper offiziell vom seinem Amt als Rektor der Diakonissenanstalt entpflichtet. Er bleibt jedoch noch bis März 2020 Mitglied in der bayerischen evangelischen Landessynode und des bayerischen Diakonischen Rats.


31.07.2019 / epd