Landessynode Garmisch

Fit für die Zukunft

Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel

Neue Perspektiven, neue Kreativität, neue Räume: Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel hält ihren Eröffnungsbericht

Bild: ELKB

Profil und Konzentration, Migration und Flüchtlingspolitik, ökumenische Begegnungen - Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel sprach in ihrem Eröffnungsbericht wichtige Themen in der Landeskirche an.

Im Zentrum der Eröffnungsansprache der Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel stand der Reformprozess der bayerischen Landeskirche „Profil und Konzentration“ (PuK). „PuK will unsere Kirche fit für die Zukunft machen“, rief Preidel. „Ohne Gottes Geist wird das nicht gelingen. Aber ich bin mir sicher, dass dieser Geist im Prozess „Profil und Konzentration“ am Werk ist.“ Denn PuK öffne Räume für den Geist Gottes. PuK stehe für eine Kirche in der Kraft des Geistes. Und durch diesen Geist werde Gutes und Inspirierendes gedeihen. Preidel: „Unsere Kirche wird sich erneuern – und zwar so, dass wir das Beste aus der Vergangenheit in die Zukunft mitnehmen. Wenn die Kirche Jesu Christi auch in dieser Zukunft ein Ort sein wird, an dem Menschen Antworten auf ihre Lebensfragen finden, dem Ewigen im Jetzt begegnen und Hoffnung für ihr Leben schöpfen, dann ist alles oder jedenfalls vieles gut.“

Ein ganz evangelischer Prozess, so Preidel, eine „große Chance“: „PuK setzt Kreativität frei. PuK ermutigt, darüber nachzudenken, was Zukunft hat und was nicht. PuK steht für Teamgeist und Miteinander und für die Vernetzung der großen Veränderungsprozesse unserer Landeskirche, also der Landesstellenplanung, des Immobilienprozesses, des Prozesses des Miteinanders der Berufsgruppen und des Prozesses „Profil und Konzentration“. Die Synodalpräsidentin bedankte sich bei den vielen Mitdenkern, Mittreibern, Mitgestaltern in Kirchengemeinden, Dekanaten, Einrichtungen und Diensten und ermutigte sie: „Bleibt begeistert! Bleibt ausdauernd! Bleibt nüchtern! Bleibt differenziert! Macht es euch nicht zu einfach! Aber auch nicht zu schwer! Behaltet einen kühlen Kopf! Verliert aber bitte nicht eure Leidenschaft! Und vor allem nicht eure Visionen!“

Prüfstein Migrations- und Flüchtlingspolitik

Einfache Lösungen für Probleme gebe es nicht, nicht im Reformprozess, nicht in der Kirche und nicht in der Gesellschaft. Im Raum des Politischen profitierten von dieser Hoffnung auf Vereinfachung derzeit diejenigen  rechtspopulistischen Parteien, die suggerierten, „die Antwort auf die extrem komplexe Frage, wie die Weltgesellschaft das Problem Flucht und Migration bewältigen kann, sei letztlich sehr einfach“. „Weder der Ruf nach Mauern und Schießbefehlen noch der andere Ruf nach Wohlstand für alle in Europa werden uns einer wirklichen Lösung näher bringen“, so die Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel. „Und es ist alles andere als gut, wenn Politikerinnen und Politiker an der Grenze zur Geschmacklosigkeit um die populistischste Politik wetteifern, ohne dass es dabei wirklich um den Menschen ginge.“

Eröffnung der Synodaltagung und der Bischofsbericht – eine Zusammenfassung im Video von Axel Mölkner-Kappl.

Die Migrations- und Flüchtlingspolitik sei ein Prüfstein, an dem sich zeige, ob in der Demokratie wirklich aufrichtig um überzeugende Lösungen gerungen werde oder ob der Schutz von Menschen in Not gegen die berechtigten Sorgen der aufnehmenden Gesellschaften ausgespielt werde. Annekathrin Preidel: „Als Kirche müssen wir die Ängste von Menschen ernstnehmen, dürfen sie aber nicht so schüren, dass die Schwachen, die diakonische Fürsorge und soziale Unterstützung brauchen, zu Konkurrenten werden.“

„Vieles ist gut im Jahr 1 nach dem Reformationsjubiläum“

Am Ende ihres Berichts weitete Annekathrin Preidel den Blick hin zur Ökumene. Gerade die ökumenischen Begegnungen können neue Perspektiven, neue Räume, neue Kreativität eröffnen. Die Synodalpräsidentin berichtete begeistert von den Feierlichkeiten der Partnerschaft mit der mecklenburgischen Kirche – jetzt Kirchenkreis Mecklenburg in der Nordkirche –-, dem Kirchenjubiläum in der Pfalz, der Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft in Basel und der Einweihung der reformierten Kirche St. Martha in Nürnberg. Es waren „Highlights“, so Preidel, die deutlich gemacht haben, „dass Vieles gut ist in diesem Jahr 1 nach dem Reformationsjubiläum“.


26.11.2018 / ELKB