Landessynodaltagung Lindau

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Bodensee Schiffe vor Pfänder

Derzeit werden viele grundlegende Reformprozesse in der Landeskirche vorangebracht, darunter "Profil und Konzentration" und das "Miteinander der Berufsgruppen". .

Bild: pixabay/Lars Nissen

Auf dieser "Lindauer Zukunftssynode" haben sich die Synodalen mit einer Reihe von wichtigen Reformvorhaben befasst und wegweisende Beschlüsse getroffen.

Reformprozess „Profil und Konzentration“

Zum landeskirchlichen Reformprozess „Profil und Konzentration“ lag den Synodalen eine Beschlussempfehlung mit strategischen Zielen und Maßnahmenvorschlägen auf dem Tisch. Erarbeitet wurden sie seit März 2017 durch eine sechsköpfige Begleitgruppe, die die Ergebnisse aus über 170 Veranstaltungen mit Dekanatssynoden, Pfarrkonferenzen, Kirchenvorstands-Klausuren und Fachgesprächen aufgenommen und priorisiert hat, sowie die Empfehlungen von sechs thematischen Arbeitsgruppen, besetzt mit fachlich kompetenten haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitenden und außerkirchlichen Impulsgebern.

PuK Wasser,© ELKB

Bild: ELKB

Reformprozess "Profil und Konzentration"

"Damit die evangelische Kirche mitten im Leben bleibt" - ein Feature von Britta Hundesrügge.

"Mit dem PuK-Prozess wollten wir zu einem doppelten Perspektivwechsel anregen: Wir wollen weg von der Strukturfixierung hin zu einer Inhaltedebatte, und wir wollen weg vonm kräftezehrenden Anspruch der rundumversorgung hin zu einer Orientierung an den Bildern des Säens und Wchsenlassens", betonte Planungsreferent Thomas Prieto-Peral. „Wir haben auf allen Ebenen unserer Landeskirche Menschen kennenlernen dürfen, die eines eint: Die Sehnsucht nach einer lebendigen Kirche, die Relevanz im Leben der Menschen hat", schilderte Geschäftsführer Florian Baier den breiten Beteiligungsprozess. Geprägt sei dies auch von einer Sehnsucht nach mehr Miteinander und weg vom Nebeneinander oder gar gegeneinander. Mit nur einer Enthaltung wurden die Vorlage die Strategischen Ziele und die Beschlussempfehlung angenommen.

Projekt „Miteinander der Berufsgruppen in der Kirche“

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Ziel des Projekts „Miteinander der Berufsgruppen in der Kirche“ ist es, das Miteinander der Berufsgruppen in der Kirche und vernetztes Arbeiten zu fördern, die Profile der Berufsgruppen zu klären und die kulturellen und strukturellen Rahmenbedingungen zu verbessern. Der Bericht enthält 33 Empfehlungen, die nun nach dem Beschluss ohne Gegenstimme weiter entwickelt und umgesetzt werden.

„Versorgung: den Übergang gestalten – verlässlich in die Zukunft gehen“

Unsere Mitarbeitenden sind unser größtes Gut. Wir wollen ein wertschätzendes personalpolitisches Handeln vorleben“, führte Walter Schnell auf der Pressekonferenz in das Thema „Versorgung“ ein. Daher habe sich der Landessynodalausschuss entschlossen, den Landeskirchenrat zu bitten, die Vorlage „Abschlussbericht und Eckpunktepapier des Arbeitsausschusses Versorgung“, die eigentlich für diese Synodaltagung zur Diskussion und Beschlussfassung geplant war, zurückzuziehen. Es gebe zusätzlichen Beratungsbedarf in der Synode, mehr Wissen und Verständnis der komplexen Materie seien für eine Entscheidung nötig. Verlässlichkeit, Generationengerechtigkeit und die langfristige Sicherung der Versorgung seien das Ziel. Man werde Gespräche mit den Berufsgruppen suchen. Die Zeitschiene zur Beschlussfassung werde in die nächste Synodalperiode verlängert.

Aus der Eröffnungsansprache und dem Bischofsbericht - Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm betonen die Rollen der Kirchen für den Frieden.

Taufen, Beerdigungen, Trauungen und Konfirmationen stärken

Für das Projekt „Gerne evangelisch“ stellt die Landessynode 3,25 Mio Euro zur Verfügung. Mit diesem Projekt soll die Lebensbegleitung durch Taufen, Trauungen und Beerdigungen gestärkt werden. Dazu soll je eine Fachstelle für Nord- und Südbayern eingerichtet werden. Darüber hinaus können Kirchengemeinden Finanzmittel für eigene Projekte vor Ort beantragen.Ansprechende Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Ansprechbarkeit von Pfarrerinnen und Pfarrern, Kontakt zu Menschen, die wenig Kontakt zu Kirche haben, unkomplizierte Organisation, regionale Kooperationen und intensive Beratung rund um die Kasualien seien vordringliche Ziele der Bemühung. Nach einer angeregten Diskussion zu dem Thema stimmte die Landessynode dem Antrag bei zwei Gegenstimmen und 11 Enthaltungen zu.

Mit Energie für ein gutes Klima

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Beschlossen haben die Synodalen auch ein Integriertes Klimaschutzkonzept. Ziel ist, in allen Bereichen der Landeskirche das Engagement im Klimaschutz zu verstärken, um einen „uns angemessenen Beitrag zum Erreichen des 2-Grad-Ziels bis hin zur Klimaneutralität“ zu leisten. Dabei verankere es Schöpfungsverantwortung in den Alltagsroutinen und sei abgeleitet von einer Ethik des Genug. Auch das Engagement für den Klimaschutz dient dem weltweiten Frieden.

Das Klimaschutzkonzept bietet eine Fülle von praktischen Umsetzungsmöglichkeiten, aus denen die Kirchengemeinden vor Ort auswählen können. Für jede Gemeinde und Einrichtung halte es die jeweils richtigen Instrumente bereit. In der Umsetzung soll gleichzeitig darauf geachtet werden, dass dadurch die Verwaltungs- und Genehmigungsprozesse nicht anwachsen. Auch sei es nötig, Kirchengemeinden hinsichtlich der Vielzahl von Förderprogrammen des Bundes zu begleiten. Dazu schlage das Konzept die Einrichtung von zeitlich befristeten Projektstellen für Klimaschutzmanager vor.

Gemeinsam unterwegs - Ein Beitrag zur weltweiten Communio

Einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Gemeinschaft der Christen leisten die Beziehungen zu den Partnerkirchen und die ökumenischen Kontakte der bayerischen Landeskirche. Dazu wurde ein Konzept von der Synode beschlossen. Mit dieser Konzeption lege die Landeskirche theologisch, konzeptionell, operativ und im Blick auf die Ressourcen Rechenschaft über ihre Partnerschaftsarbeit ab. Freilich sei es wichtig, die Not von Menschen sichtbar zu machen und Notleidenden zu helfen, wie das besonders in der Katastrophenhilfe und den Projekten des kirchlichen Entwicklungsdienstes geschehe, so Oberkirchenrat Michael Martin. Die Konzeption, die in die Kapitel „Mission und interreligiöser Dialog“, „Gerechtigkeit und Entwicklung“, „Gemeinde und Kirche in Gesellschaft“ sowie „Ökumene in Vielfalt und Einheit“ gegliedert sei, mache aber auch deutlich, „wie viel umfassender die ökumenischen Beziehungen und die Partnerschaften unser Miteinander gestalten“. Das Konzept benennt auch die Themen, die die Arbeit mit den Partnerkirchen in den nächsten Jahren prägen sollen.


28.03.2019 / ELKB