Synodaler verstorben

Trauer um Johannes Taig

Johannes Taig

Verstarb plötzlich auf der Landessynode: Synodaler Johannes Taig

Bild: ELKB

Die Frühjahrstagung der Landessynode ist von einem plötzlichen Todesfall überschattet worden. Der Hofer Pfarrer Johannes Taig (60) war am Montag auf dem Weg zur Tagungsstätte zusammengebrochen.

Die Synode brach nach Bekanntwerden des Todesfalls ihre Beratungen an diesem Tag ab. In einer Andacht vor dem Kirchenparlament zitierte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm aus einer Predigt des Hofer Theologen: "Dein Leben ist keine Reise in den Tod und ins Nichts, sondern ein Heimweg." Am Mittwoch nahm die Synode bei einer Trauerandacht in der Lindauer St. Stephanskirche Abschied von Taig, die Predigt hielt der Hofer Dekan Günter Saalfrank.

Saalfrank würdigte den verstorbenen Pfarrer als einen "wortgewaltigen Prediger und engagierten Fürsprecher der Gemeinden". Taig war Gründungsmitglied und einer der Sprecher des 2008 gegründeten "Forums Aufbruch Gemeinde" sowie seit 2012 Vorstandsmitglied im Netzwerk "Gemeindebund Bayern", das sich für eine Stärkung der Ortsgemeinden einsetzt. Die Organisation versteht sich als kritischer Begleiter "gegen Tendenzen zur Zentralisierung, Ökonomisierung, Hierarchisierung und Episkopalisierung in der evangelischen Kirche".

Osterkerze in der St. Stepanskirche

Mit einem Trauerandacht in der St. Stephanskirche dachte die Landessynode an Johannes Taig

Bild: ELKB

Johannes Taig, der am 1. April 61 Jahre alt geworden wäre, stammte aus Naila (Landkreis Hof). Seit 1985 war er Pfarrer an der Hofer Hospitalkirche und arbeitete daneben unter anderem als Hochschulseelsorger, Umweltbeauftragter und Mentor von fünf Vikaren. Von 2006 bis 2014 war er bereits Mitglied der Landessynode, in die er im Mai 2018 wieder einzog. In Oberfranken zählte Taig zu den kirchlichen Online-Pionieren: Für Hof richtete er eine der ersten Websites eines evangelischen Dekanats ein und war von 1999 bis 2015 Dekanats-Internetbeauftragter.

Ein leidenschaftlicher Prediger

Der leidenschaftliche Prediger zählte seit 2002 zu den regelmäßigen Autoren verschiedener Online-Predigtsammlungen wie "kanzelgruss.de", in der er zuletzt im Februar einen Beitrag als Text- und Audiodatei veröffentlichte. Sein Bild von einer guten Predigt fasste er einmal so zusammen: "Ich wünsche mir Predigt, die alle Sinne anspricht und mich beim Hören wieder Bilder sehen lässt oder einen ganzen Film. Predigt, die mich traurig und fröhlich macht, mich lachen und weinen lässt."


27.03.2019 / epd