Fürth

Nicht das Heil in der Politik suchen

Annekathrin Preidel

Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel hielt die Kanzelrede am Diakoniesonntag 2018 in Fürth.

Bild: ELKB / Rost

Im Diakoniegottesdienst am 25. Oktober in der Michaelskirche in Fürth sprach Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel über den Beitrag der Kirche zur politischen Kultur im demokratischen Gemeinwesen.

Dier Diakonie in Fürth hat am 25. Oktober zum Diakoniegottesdienst eingeladen. In einer Kanzelrede in der Fürther Kirche St. Michael hat die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel, die Politik an ihre Aufgabe als „Dienerin“ erinnert. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, in denen „Menschen sich frei entfalten und auch ihre religiösen Überzeugungen pflegen können“, ohne anderen Menschen Gewalt anzutun. Doch wenn Politik mehr sein wolle „als eine Dienerin, wird es problematisch und gefährlich“, wie das Beispiel des Nationalsozialismus oder des politischen Islams zeige, warnte Preidel. Wenn die Politik den Anspruch erhebe, „dass die Welt nur auf politischem Weg erlöst werden kann, haben wir Christen energisch den Kopf zu schütteln“.

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Natürlich ermutige der christliche Glaube zur Bewahrung der Schöpfung und zum Einsatz gegen das Sterben der Flüchtlinge im Mittelmeer. Doch der christliche Glaube erschöpfe sich nicht „in politisch-diakonischem Engagement“. Die christliche Botschaft sei, „dass nichts und niemand verloren ist und dass alles gut wird, auch wenn auf Erden nicht alles gut wird und nicht alles gut werden kann, weil wir Menschen und nicht der liebe Gott sind“, so Preidel. Weil auch Politiker nur Menschen seien, sollten Christen Politikerinnen und Politikern nicht zu viel zutrauen, aber auch nicht zu wenig zumuten. Es gelte, das Wohl, aber „nicht das Heil“ in der Politik zu suchen“.


26.10.2018 / ELKB