Reformationsfest in Weißenburg

Gemeinsam ökumenisch unterwegs

Predigt Reformationstag

Wir machen uns auf einen Weg, der ein gemeinsamer ökumenischer Weg ist," sagt Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel in ihrem Grußwort am Reformationstag.

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Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel fordert in ihrem Grußwort im Festgottesdienst am Reformationstag in Weißenburg im Zeichen ökumenischer Verbundenheit und Verständigung weitere Schritte.

„Wir feiern den heutigen Reformationstag als Christusfest nicht im Geist konfessioneller Abgrenzung, sondern im Geist der Ökumene. Wir haben trotz aller Unterschiede verstanden, dass der Geist Christi kein Geist der Abgrenzung, sondern der Versöhnung und des Miteinanders ist“. Mit diesen Worten leitete Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel ihr Grußwort im Festgottesdienst zum Reformationsfest in der Andreaskirche in Weißenburg ein.  

„Wir machen uns auf einen Weg, der ein gemeinsamer ökumenischer Weg ist. Gemeinsam rufen wir uns die Botschaft von der befreienden Gnade Gottes in Erinnerung. Gemeinsam wollen wir die Impulse der Reformation aufnehmen. Gemeinsam wollen wir voneinander lernen.“ Gemeinsam ökumenisch unterwegs – das sei ein Grund zu großer Dankbarkeit.

Zitat

Als Kirche Jesu Christi müssen wir heute weltumspannender und gemeinsamer denn je im Auftrag unseres Herrn unterwegs sein, wenn wir das Gesicht der Welt so verändern wollen, dass es ein wirklich menschliches Antlitz zeigt.

Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel im Grußwort im Festgottesdienst zum Reformationsfest 2017

 „Dass es erstmals in der Geschichte zu einem ökumenisch verbindenden Reformationsgedächtnis gekommen ist, ist ein starker Impuls für die kommenden 500 Jahre. Dieser Impuls macht mir große Hoffnung, dass es uns gelingen wird, gemeinsam stark zu sein und mit vereinten Kräften den Auftrag der Kirche zu erfüllen“, führte Preidel in ihrem Grußwort weiter aus.

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„Als Kirche Jesu Christi müssen wir heute weltumspannender und gemeinsamer denn je im Auftrag unseres Herrn unterwegs sein, wenn wir das Gesicht der Welt so verändern wollen, dass es ein wirklich menschliches Antlitz zeigt.“  Das ökumenische Projekt „2017 gemeinsam unterwegs“ gebe den Kirchen eine Anleitung für den gemeinsamen Weg: „Gemeinsamkeiten statt Unterschiede betonen! Nicht auf alten Positionen verharren! Die sichtbare Einheit als Ziel suchen! Aus der Kraft des Evangeliums leben! Zeugnis für Gottes Gnade geben!“ Im Geist dieser Imperative sollen die Kirchen hier und heute im Zeichen ökumenischer Verbundenheit und Verständigung nach vorn schauen.

Beziehung wichtiger nehmen als das Rechthaben

Preidel sprach das Grußwort im Festgottesdienst, den Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern, Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche, Bischof Gregor Maria Hanke und Dekanin Ingrid Gottwald-Weber gemeinsam mit vielen evangelischen und katholischen Christen feierten. Die Rechtfertigung und die Seligpreisungen standen im Zentrum der Trialogpredigt der Bischöfe. Am Vorabend des Zeitalters der Reformation wie heute seien die Menschen auf der Suche nach der Antwort Gottes auf die Sehnsucht nach Geborgenheit und das Glück, geliebt zu werden mitten im Chaos menschlicher Versuche, gewesen, so erläuterten die Nürnberger Regionalbischöfe in ihrem Predigtteil. Rechtfertigung bedeute: „Befreit vom Zwang zur Vollkommenheit, befreit vom Zwang zur Rechthaberei, befreit vom Zwang zum dauernden Selbstbeweis, befreit vom Zwang mich größer machen zu müssen als ich bin! Die Reformatoren würden sagen: Befreit von der beziehungsstörenden Macht der Sünde über mich.“ Es könnte frei machen, selbst anzufangen, mit dieser Logik zu leben, führten die Regionalbischöfe weiter aus: „Die Beziehung wichtiger zu nehmen als das Rechthaben. Überall dort, wo es darauf ankommt: Am Familientisch, im Treppenhaus, am Gartenzaun, am Arbeitsplatz, auf den Straßen und in den Parlamenten, zwischen Menschen und zwischen Staaten. Das ist die Freiheit eines Christenmenschen und das ist unsere gemeinsame Verantwortung in diesen Zeiten.“

 


31.10.2017 / ELKB