Landessynodaltagung Lindau

Schwerpunkt: Christus ist unser Friede

Im Zentrum der Frühjahrstagung in Lindau steht das Schwerpunktthema „Christus ist unser Friede“. Ein Film von Axel Mölkner-Kappl.

Hand mit Löwenzahn

Christus ist unser Friede: Die 108 Synodalen diskutieren verschiedene Aspekte von Frieden auch mit prominenten Gästen.

Bild: pixabay/fokra

Im Zentrum der Frühjahrstagung in Lindau steht das Schwerpunktthema „Christus ist unser Friede“.

Am Montagmittag und am Dienstagvormittag beschäftigen sich die 108 Synodalen mit dem Schwerpunktthema „Christus ist unser Friede“. Dazu sind prominente Gäste eingeladen, mit denen die Synodalen verschiedene Aspekte von Frieden diskutieren wollen:

  • Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Montag, 25. März, ab 12 Uhr)e
  • Pastorin Martina Basso, Leiterin des Berliner Friedenszentrums der Mennoniten (Dienstag, 26. März, um 9.25 Uhr)
  • Jan Fleischhauer, Journalist und Spiegel-Kolumnist (Dienstag, 26. März, ab 10.25 Uhr)
  • Oberstleutnant Mathias Meierhuber (Dienstag, 26. März, ab 10.25 Uhr)
  • Polizeioberrat Bernd Bürger (Dienstag, 26. März, ab 10.25 Uhr)

Im Anschluss gehen die Synodalen in die verschiedenen Gesprächsgruppen. Eine Zusammenschau ist für Dienstagnachmittag geplant.

Globale Gerechtigkeit als Wurzel für den Frieden

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) war zu Gast bei der Landessynode. Ein Film von Axel Mölkner-Kappl.

Mit der Rede von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, startete die Landessynode in das Schwerpunktthema „Christus ist unser Friede“. Müller zeichnete ein düsteres Bild der Gegenwart: „Wir haben es geschafft, den Planeten an eine Weggabelung zu bringen: Führen wir mit unserem Konsum, unserem Wirtschaften den Planeten an den Abgrund oder kehren wir um, leiten einen Paradigmenwechsel unseres Denkens ein.“

Das exponentiale Bevölkerungswachstum, der Belastungsdruck, die immer knapper werdenden Ressourcen stellten die westliche Welt  vor Herausforderungen, denn wir seien verpflichtet, Verantwortung für andere zu übernehmen. „Wo Ungerechtigkeit herrscht, ist Unfrieden“, bekräftigte Müller. Nachhaltigkeit im Ökonomischen, im Ökologischen, im Kulturellen müsse das leitende Prinzip sein. Dazu könnten entscheidende Impulse von den Christen kommen. Er nannte acht Beispiele, wo es gelte, Verantwortung zu übernehmen:

  • Eine Welt ohne Hunger ist möglich
  • Wir müssen die Schöpfung bewahren
  • Die Schere zwischen Arm und Reich schließen
  • Wahre Wertschöpfung für alle ermöglichen
  • Gleichberechtigung der Frau verwirklichen
  • Eine neue Partnerschaft mit Afrika
  • Die Spirale der Aufrüstung stoppen
  • Religion hat die Kraft für Frieden
Bundesminister Dr. Gerd Müller,© McKee

Bild: McKee

„Wenn du den Frieden willst, pflege die Gerechtigkeit“

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im Interview

Dabei bekräftigte der Bundesminister die Bedeutung der Religionen: „Frieden und Entwicklung gibt es nur gemeinsam mit den Religionsgemeinschaften. Religion und Entwicklung heißt deshalb eine unserer erfolgreichen Strategien. Mit den Religionen, vor allem mit den Kirchen, arbeiten wir daran, das Bewusstsein der Menschen für die eine Welt und ihre Zusammenhänge zu schärfen.“

Müller dankte für die Zusammenarbeit mit den Kirchen, die seit fast 60 Jahren gelebt wird. „Die christlichen Kirchen und ihre Hilfswerke sind für mich die größte Friedensbewegung der Welt.“ Gerechtigkeit suchen, dem Schwachen helfen und Verantwortung übernehmen, das seien Kernthemen der christlichen Soziallehre und des kirchlichen Handelns. „Meine Botschaft für eine friedliche Welt lautet: „Wenn du den Frieden willst, pflege die Gerechtigkeit“, verstärkte der Bundesminister. Mit einem Aufruf an die Synodalen schloss Müller seinen Vortrag: „Vorbeugen, Lösungen bringen, Zukunft schaffen, wo Not die Menschen aus der Heimat treibt, die Schöpfung, die Menschheitsgüter bewahren: Mit der Kraft der Barmherzigkeit können Sie die Welt zu einem besseren Ort machen.“


26.03.2019 / ELKB