Reformprozess "Profil und Konzentration"

Zwischenbericht zum Reformprozess

PuK ist in Schwung gekommen, ein Zwischenbericht wird der Synode vorgelegt. Ein Film von Axel Mölkner-Kappl.

Oberkirchenrat Nikolaus Blum, Planungsreferent Thomas Prieto-Peral und PuK-Projektleiter Florian Baier legten der Landessynode einen Zwischenbericht zum Reformprozess „Profil und Konzentration“ vor.

Oberkirchenrat Nikolaus Blum informierte über den bisherigen Verlauf des Reformprozesses „Profil und Konzentration“ (PuK). Der PuK-Prozess habe auf allen kirchlichen Ebenen engagierte Diskussionen ausgelöst. In der Fläche wurde in knapp 160 Veranstaltungen mit den strategischen Leitsätzen und den Grundaufgaben gearbeitet. Es ging darum, welche Themen und welche Arbeitsformate vor Ort vorrangig und welche nachrangig sind. Die vier durchgeführten Konsultationen zu den Themen „Ländliche Räume“, „Landesweiter Dienst“, „Kirche und Diakonie“ und jüngst die „Akademische Konsultation mit Professorinnen und Professoren bayerischer Fakultäten und Hochschulen" brachten zahlreiche Erkenntnisse. Besonders intensiv gearbeitet wurde in den sieben Erprobungsräumen der Landestellenplanung. Deren Aufgabe sei es, eine konzentrierte Aufgabendiskussion zu führen, in PuK-Methodik, und darauf aufsetzend dann zu prüfen, wie man zu guten Stellenentscheidungen kommen kann. Auch die Ergebnisse der sechs PuK-Arbeitsgruppen werden in die Weiterüberlegungen einbezogen. Wichtig nach innen sei auch die enge Verzahnung mit den anderen laufenden Projekten der Landeskirche.

Zitat

Es ist zentrale Aufgabe von Kirche, Menschen neue geistliche Erfahrungsräume zu öffnen, zur geistlichen Suche anzuleiten, Gebet zu üben, auch die Gottesferne der Zeit zur Sprache zu bringen, die Menschen auf den offenen Himmel zu weisen.

Planungsreferent Thomas Prieto-Peral

Planungsreferent Thomas Prieto-Peral erinnerte an den roten Faden in der PuK-Debatte: „Was ist unsere Berufung heute, unser Auftrag in dieser Welt, und was heißt das für unsere Art zu arbeiten und uns zu organisieren?“ Er stellte inhaltliche Schwerpunkte vor, „ein komplexes Bündel an Themen, das in der PuK-Debatte nach oben gekommen ist“. Darunter waren die Stärkung des geistlichen Profils, die Entwicklung der Raumperspektive, der missionarische Auftrag, die Weiterentwicklung des Gemeindebegriffs, die Gestaltung von Bildungslandschaften, die Erschließung des digitalen Raumes und Vernetztes Arbeiten als Entlastung und Chance.

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In den unterschiedlichen PuK-Formaten kamen immer wieder Aktivitätsfelder und Handlungsempfehlungen zur Sprache, die als „Schlüsselaktivitäten“ bezeichnet werden können, so im Zwischenbericht nachzulesen. Zu nennen sind die Sozialraumgestaltung, die systematische Erschließung des digitalen Raumes, die Erweiterung der Gestaltung- und Entscheidungsspielräume der Dekanate sowie die Förderung von Vernetztem Arbeiten. Wahrnehmbare Veränderungen können auch in der Neuausrichtung der Landesweiten Dienste, einer engen Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie und einem Miteinander der Berufsgruppen erfolgen. Häufig genannt waren auch die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Kasualpraxis, die Investition in die Aus- und Weiterbildung sowie die Kommunikation.

Die Aussprache im Plenum der Landessynode zum Zwischenbericht zum Reformprozess "Profil und Konzentration"

Diese Themen und Ideen werden nun für eine Konkretion durchdacht. Die PuK-Debatte um das Kirchenbild der Zukunft müsse aber auch konkret werden in der Frage, was wir zukünftig lassen können. Prieto-Peral: „Konzentration auf das Wesentliche ist eine geistliche Aufgabe, die aber auch operationalisierbar sein muss in Entscheidungen, in Schwerpunktsetzungen und in der Einübung einer Kultur des Weglassens.“

Die neuen Ansätze aus dem PuK-Prozess lassen sich nur erfolgreich umsetzen, wenn dafür landesweit die entsprechenden organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, so der Zwischenbericht. Daher müssen auch Führungs- und Steuerungsthemen in den Blick kommen. Diese erläuterte Kirchenrechtsdirektor Florian Baier in seinem Berichtsteil. Wenn kirchliche Arbeit künftig in kirchlichen Handlungsräumen organisiert werde, dann gehe es darum, Entscheidungskompetenzen in diese Räume zu verlagern. Das bedeute auch, dass Resourcenzuweisungen flexibler gestaltet werden müssen, so Baier.

Nikolaus Blum,© McKee

Bild: McKee

Wie lange dauert PuK?

Oberkirchenrat Nikolaus Blum zu den nächsten Schritten im landeskirchlichen Reformprozess "Profil und Konzentration" (PuK)

Zur Sprache kam auch die Vereinfachung und Verschlankung des Gremienwesens. Florian Baier: „Ein kirchliches Gremienwesen, das weiterhin transparente Beteiligung und Mitentscheidung ermöglicht, das aber zeitlich Freiräume schafft, damit wir uns wieder stärker den Menschen zuwenden können.“ Die Rolle der zentralen landeskirchlichen Verwaltung solle in die eines Dienstleisters überführt werden, ohne die Aufsichtsfunktion abzugeben. Neue Servicestellen für Dekanatsbezirke und neue Servicenummern im Landeskirchenamt könnten hier Verbesserungen bringen.

Ein zentrales Zukunftsthema sei auch das Gewinnen und Halten von Mitarbeitenden. Baier: "In diesem Sinne geht es um die zeitgemäße sowie sinnstiftende Führung, Steuerung und gelebter Kultur –als Faktoren, die immer wichtiger für die Frage sind, sich für die Kirche als Arbeitgeber zu entscheiden und dort auch dauerhaft bleiben zu wollen.“

Zur Person

Profil und Konzentration Wasser, Bild: © ELKB

Webauftritt zum Reformprozess

Alle Infos zum landeskirchlichen Reformprozess "Profil und Konzentration" finden Sie auf der PuK-Webseite.

Florian Baier gab den Synodalen auch einen Ausblick auf das weitere Verfahren. In den nächsten Wochen soll die erforderliche Verdichtung der gesammelten Vorschläge erfolgen. Es sei nun Aufgabe der PuK-Begleitgruppe, die bisher vorliegenden Erkenntnisquellen zu sichten und auszuwerten. Auch die enge Verzahnung der Ergebnisse der beiden landeskirchlichen Prozesse „Landesstellenplanung 2020“ und „Miteinander der Berufsgruppen“ mit Profil und Konzentration werde dabei erfolgen. Im Frühjahr 2019 wird der Landessynode ein Gesamtbericht vorgelegt werden.


28.11.2018 / ELKB