Wahl und Berufung

Aus allen Regionen Bayerns

Schwerpunktthema der Herbsttagung: Haushalt 2014

Bunt gemischt: Die Synodalen stammen aus allen Ecken Bayerns - und bringen entsprechend viel Inspiration für ihre Arbeit mit.

Bild: ELKB

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Die synodalen Vertreter werden in den Regionen gewählt und bringen ihr Expertenwissen in Fachausschüssen ein.

Alle sechs Jahre werden am 2. Adventssonntag die Vertreterinnen und Vertreter in die Landessynode gewählt. 89 der 108 Sitze werden durch direkte Wahl bestimmt. Laut Kirchenverfassung müssen 60 der 89 zu wählenden Synodalen Nichtordinierte, also "Laien", sein. Von den 29 gewählten ordinierten Synodalen müssen zehn das Amt eines Dekans oder einer Dekanin innehaben. Die Wahl erfolgt nicht unmittelbar durch die Kirchenmitglieder selbst, sondern mittelbar durch die stimmberechtigten Mitglieder der Kirchenvorstände der Kirchengemeinden. Die nächste Wahl ist für Dezember 2019 vorgesehen.

Der Landessynodalausschuss und der Landeskirchenrat nehmen anschließend an die Wahl die Berufung der 13 zu berufenden Synodalen vor. Beide Gremien tun dies gemeinschaftlich aufgrund übereinstimmender Beschlüsse. Es gibt keine Vorschriften darüber, wie viele Ordinierte und wie viele Nichtordinierte zu berufen sind. Die drei theologischen Fakultäten in Erlangen-Nürnberg, München und der Augustana-Hochschule Neuendettelsau beschließen und entsenden je einen Vertreter ihrer Hochschule. Der Landessynode gehören seit 2002 auch drei Jugenddelegierte mit beratender Stimme an, die vom Landesjugendkonvent der bayerischen Landeskirche gewählt werden.

Wahl des Präsidiums der Landessynode

In der konstituierenden Tagung wählen die 105 stimmberechtigten Synodalen das fünfköpfige Präsidium der Landessynode. Zunächst ist die Präsidentin beziehungsweise der Präsident zu wählen. Vorbereitet wird die Wahl durch den Vertrauensausschuss der Synode, der sich aus je einem ordinierten und einem nichtordinierten Synodalen der sechs Kirchenkreise und einem ordinierten und einem nichtordinierten Vertreter aus der Gruppe der berufenen Synodalen und der Fakultätsvertreter zusammensetzt. Der Vertrauensausschuss erstellt einen Wahlvorschlag, der einen oder mehrere Namen umfassen kann. Wenn seitens der Synode weitere Personen für die Wahl vorgeschlagen werden, sind diese auf dem Wahlvorschlag aufzunehmen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich der Synode vor. In geheimer Wahl geben die 105 wahlberechtigten Synodalen ihre Stimme ab. Als gewählt gilt, wer die Mehrheit aller wahlberechtigten Synodalen, also mindestens 53 Stimmen auf sich vereinigt. Erreicht im ersten Wahlgang bei mehr als zwei Kandidaten beziehungsweise Kandidatinnen keiner die absolute Mehrheit, so nehmen an den folgenden zwei Wahlgängen nur noch die beiden Kandidaten beziehungsweise. Kandidatinnen mit den höchsten Stimmenzahlen teil. Ist nach insgesamt drei Wahlgängen keine Entscheidung gefallen, muss der Vertrauensausschuss einen neuen Wahlvorschlag vorlegen. Nach der Wahl des Präsidenten beziehungsweise der Präsidentin wählt die Synode den ersten und zweiten Vizepräsidenten beziehungsweise die erste und zweite Vizepräsidentin sowie die beiden Schriftführer respektive Schriftführerinnen.

Wahl des Landessynodalausschusses

Der Landessynodalausschuss ist die ständige Vertretung der Landessynode und zugleich ein eigenes kirchenleitendes Organ. Den Vorsitz führt der Synodalpräsident beziehungsweise die Synodalpräsidentin. Zu den Aufgaben des Gremiums gehört laut Kirchenverfassung vor allem, sich über die kirchliche Lage zu informieren, Berichte des Landesbischofs entgegenzunehmen, die Synodaltagungen vorzubereiten, bei der Einbringung von Kirchengesetzen und beim Erlass von Verordnungen mitzuwirken sowie darauf zu achten, dass die Beschlüsse der Landessynode ausgeführt werden.

Der Landessynodalausschuss setzt sich aus neun nichtordinierten und sechs ordinierten Synodalen zusammen, insgesamt also 15 Personen. Von der Synode zu wählen sind lediglich zwölf Mitglieder des Landessynodalausschusses, da der Präsident beziehungsweise die Präsidentin sowie die beiden Vizepräsidenten/Vizepräsidentinnen kraft Amtes dem Gremium angehören. Den Wahlvorschlag erstellt der Vertrauensausschuss. Gewählt werden die ordinierten und nichtordinierten Mitglieder jeweils in Block-Wahlen. Werden im jeweiligen ersten Wahlgang nicht sämtliche Mitglieder gewählt, so werden für weitere Wahlgänge alle übrigen Kandidaten auf dem Wahlvorschlag belassen. Stehen nach je vier Wahlgängen nicht alle Mitglieder des Landessynodalausschusses fest, erstellt der Vertrauensausschuss neue Wahlvorschläge.

Wahl der Ausschüsse und Entsendungen

Im Lauf der konstituierenden Tagung werden die sieben ständigen Fachausschüsse der Synode (Finanzausschuss, Organisationsausschuss, Ausschuss für Grundfragen kirchlichen Lebens, Rechts- und Verfassungsausschuss, Ausschuss für Gesellschaft und Diakonie, Ausschuss für Bildung, Erziehung und Jugend, Ausschuss für Ökumene, Mission und Dialog) sowie der Rechnungsprüfungsausschuss und der Berufungsausschuss gewählt. Aufgabe des Berufungsausschusses ist es, die Mitglieder des Landeskirchenrates zu wählen sowie deren Ruhestandsversetzungen zu beschließen. Der Rechnungsprüfungsausschuss ist mit der Rechnungsprüfung der Allgemeinen Kirchenkasse beauftragt.

Weiter entscheidet die Synode in der konstituierenden Tagung über eine Reihe von Entsendungen, beispielsweise über die Entsendung eines Synodalen in den Diakonischen Rat und zweier Synodaler in das Kuratorium von Mission EineWelt.


02.02.2016 / Andrea Seidel